Konzept:

Kan-Yoh (japanisch für "Toleranz") arbeitet ganzheitlich und steht nicht in Konkurrenz zu anderen Therapien - oft kommen die Kinder und Jugendlichen im Anschluss oder begleitend an (zu) eine(r) Psychotherapie zu uns.

Wir richten unser Angebot zunächst an Kinder und Jugendliche

  • mit einer hohen Begabung
  • mit AD(H)S
  • die introvertiert sind (z. B. soziale Gehemmtheit)
  • die extrovertiert sind (z. B. Regellosigkeit)
  • mit Übergewicht
  • mit hoher Sensibilität
  • in Opferrolle (Gewalt, Mobbing)
  • psychosomatischen Beschwerden wie Asthma, Neurodermitis u.a.

Darüber hinaus erreichen wir zunehmend aber auch Kinder und Jugendliche, die Kan-Yoh von Freunden oder Bekannten empfohlen bekommen haben, ohne dass eine oben genannte Problematik besteht.


Wirksamkeit des Konzepts:

 

  • Kinder und Jugendliche müssen für eine gute Grundgesundheit über ein Repertoire an Ressourcen verfügen können. Sie brauchen Handlungssicherheit, um in ihrem (teilweise sehr harten!) Alltag zu bestehen. In kleinen Gruppen von etwa zehn Kindern und Jugendlichen werden Kinder und Jugendliche regelmäßig mit ihren "inneren Schätzen" konfrontiert und auf positive Art von sich selbst überrascht. Kinder und Jugendliche, die übermütig werden, werden sanft mit den noch vor ihnen liegenden Herausforderungen auf ein angemessenes Niveau "heruntergebremst" (z. b. Verantwortung, Technik u.ä.).

  • Die Auseinandersetzung mit den Teilnehmern in der therapeutischen Karategruppe schafft die Möglichkeit, sich in einem sozialen Kontext zu erproben. Niemand wird ausgelacht und jeder Schüler geht achtsam und wohlwollend mit seinen Mitschülern um. In diesem Rahmen werden auch Fragen des Werte- und Rechtsempfindens angesprochen, wodurch eine intensive Auseinandersetzung mit dem inneren und äußeren Erleben jedes Schülers und eine einhergehende Bewusstseinsbildung initiiert werden kann. Die Karateschüler erleben sich als geachtete Individuen in einer Gemeinschaft.

  • Die therapeutischen und/oder pädagogischen Grundausbildungen der Lehrer bei Kan-Yoh ermöglichen einen differenzierten, professionellen therapeutisch-pädagogischen Prozess. Zur Weiterqualifizierung werden fortlaufend Lehrgänge und andere Fort- und Weiterbildungen besucht oder als "in-house"-Veranstaltung für die gesamte Gemeinschaft initiiert, z.B.

    • Meditation
    • Ernährung
    • Diabetes mellitus
    • Sucht
    • Erste Hilfe
    • Entspannungstechniken
    • Massage
    • Gesprächsführung u. a.



Exkurs:

Aus dieser Haltung heraus ist vor einigen Jahren die Assistentenausbildung für fortgeschrittene Schüler (ab 6. Kyu (Grüngurt) /ab12 Jahre) entstanden. Die Assistenten bringen sich in den Gruppen assistierend ein. Sie verdienen sich dadurch einerseits ein Taschengeld, andererseits werden sie gefordert und erfahren dadurch die ihnen entgegengebrachte Achtung von Schülern und Lehrer. Sie lernen, vor einer Gruppe zu arbeiten. In regelmäßigen Ausbildungs- und Supervisionsterminen bekommen sie theoretischen und praktischen Input. Mit einer Abschlussprüfung am Jahresende erhalten die Assistenten ein qualifiziertes Zertifikat, das auch von Bundestrainer unterzeichnet wird. Die Ausbildung ist in drei einjährige Blöcke aufgeteilt. Ein Schüler kann nach jedem Block von der weiteren Ausbildung zurückgestellt werden, sollte seine individuelle Situation dies erfordern.

  • Das traditionelle Shotokan-Karate bietet den Kindern und Jugendlichen einen Raum, der bereits nach der ersten Stunde vollkommen klare Strukturen bietet. Wir arbeiten mit den traditionellen Ritualen und mit den Regeln des Begründers des Shotokan-Karate, Gichin Funakoshi. Dieser Sozialisationsrahmen genießt höchste Anerkennung bei allen Beteiligten.

  • Im Dojo (Unterrichtsraum) wird ausschließlich Karate betrieben. Kan-Yoh schließt Spieleinheiten oder freie gymnastische Aktivität für sich aus.

  • Während des Unterrichts kommt es immer wieder zu konditionellen Spitzen, die anschließend Ruhe- und Pausephasen verlangen. Sensibel nutzen die Lehrer diese "Pausen" für therapeutische Geschichten, für Meditation oder für andere kreative Stimulationen (z. B. Humortherapie).

  • Die Aufwärmgymnastik ist funktional und gesundheitsfördernd. Verschleißende und einseitige Übungen lehnen wir ab. Das Aufwärmen soll sowohl der Dehnung und Stärkung der Muskulatur und Bänder, der Stärkung des Herz-/Kreislaufsystems, der Kondition als auch der Koordination und dem Gleichgewichtssinn dienen. Ein Bewußtsein fürFehlhaltungen des Alltags kann sich bilden.

  • Alle Kinder und Jugendlichen erleben in ihrem eigenen Tempo mit dem therapeutischen Karate eine individuelle Erfolgsgeschichte. Jeder Schüler geht seinen eigenen Weg, ohne in einen Wettstreit zu geraten! Die sich entwickelnde Fitness und die Körperbeherrschung sind für alle Kinder und Jugendlichen bei Kan-Yoh spürbar und dadurch hilfreich für das Selbstbewußtsein.

 

Exkurs:

Ein besonderes Ereignis ist die jährliche Kurzreise in der Osterzeit ins Kloster Nütschau (Kreis Stormarn), wo über drei Tage bei Vollverpflegung von morgens bis abends intensiv Karate trainiert und wichtige Lebensthemen in Form von Fortbildungen bewegt werden.

 

  • Das Shotokan-Karate ist, anders als Judo, Fußball, Schwimmen o.a. Sportarten, nicht als Wettkampfsport zu betrachten. Die Motivationsarbeit der Lehrer orientiert sich in jedem Einzelfall am Ehrgeiz und Leistungsvermögen des Schülers. Die wenigen Schüler, die sich mit anderen Vereinen und Schulen messen wollen, bekommen an einem bis zwei Terminen im Jahr dazu die Gelegenheit (Meisterschaften).

  • Partnerübungen (wir sprechen von "Partner", nicht von "Gegner")haben bei den Schülern einen hohen Stellenwert. Niemand möchte verletzt werden. Hierdurch wird ein sehr achtsamer und wertschätzender Umgang miteinander geübt. Die Schüler müssen sich hierbei stark konzentrieren. Diese "Konzentrationsübung" und das "Zuhören" sind von fundamentaler Bedeutung für das gelingende Karate, wo sich alle Schüler "etwas Gutes" tun wollen. Entscheidend ist hierbei, dass diese positive Erfahrung von "ich kann zuhören" und "ich kann mich konzentrieren" sehr häufig erfolgreich in den alltäglichen Schulalltag oder das Familienleben transportiert wird.

  • Die langjährige Erfahrung in der therapeutischen Karatearbeit mit den Kindern und Jugendlichen zeigt:

    • Über den stetig stabiler werdenden Stand drücken die Schüler eine Festigkeit/Verwurzelung aus. Der Stand kann als Basis betrachtet werden - im Karate ebenso wie in allen anderen Lebensfeldern.

    • Die aufrechte Haltung gibt den Schülern eine ansprechende Außenwirkung.

    • Über die Atmung lernt der Schüler den angemessenen Umgang mit Spannung, Entspannung und Energiefluß.

    • Über die verschiedenen Blocktechniken lernen die Schüler sich auch in anderen Lebenssituationen abzugrenzen.

    • Über die Kontertechniken lernen die Schüler sich beharrlich, aber angemessen durchzusetzen. Jeder Schüler weiß, dass er die Techniken nur in allergrößter Note zur Selbstverteidigung anwenden darf.

    • Über die hohe Wachsamkeit im Training lernt der Schüler, auch in anderen Alltagssituationen konzentriert, achtsam und wachsam zu sein, ohne dabei zu verkrampfen.

    • Über den Anspruch des Karate, dass es immer etwas zu verbessern gibt und dass niemand perfekt sein kann, lernen die Schüler, angemessener und konstruktiver mit Fehlern, Schwächen und dem eigenen Ehrgeiz umzugehen.

  • Durch die räumliche Nähe zum Bundestrainer Dieter Flindt 7. Dan nutzen wir das kontinuierlich hohe Niveau bei der Ausbildung des traditionellen Shotokan-Karate und ermöglichen den Kindern und Jugendlichen, ein Maximum an Ausbildung zu erfahren.

 

Nachwort:

Karate bei Kan-Yoh ist Kampfkunst in einer Lebensschule. Rechtschaffenheit, Ganzheitlichkeit und Bewußtsein sind einige wesentliche Aspekte. Sollten Kopf und Herz der Technik nicht folgen können und der innere Zusammenhang nicht gewahrt bleiben, so sollte der Schüler (auch aus Sicherheitsgründen!) lieber etwas tun, das besser zu ihm passt. Gichin Funakoshi spricht von Einheit aus "Körper, Seele, Geist und Herz". Letztlich arbeiten wir mit Kindern und Jugendlichen, weil wir gesellschaftlich etwas bewegen wollen. Kinder sind unsere größten unangebrochenen Ressourcen - und wir machen Kinder stark.


Das Team:

 

  • Michael Schwarzloh - Karatelehrer und Massagetherapeut
  • Igor Barchewitz - Karatelehrer, Sozialpädagoge und Familien-Therapeut
  • Toni Jerbov - Karatelehrer und Ergotherapeut
  • Timo Kröger - Karatelehrer und Massagetherapeut
  • Sven Erik Ehler - Karatelehrer
  • Matthias "George" Makurat - Karatelehrer

 

 

Joomla template by a4joomla
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok